5 Wortarten bestimmen (5./6. Klasse): So hilfst Du Deinem Kind

Veröffentlicht am 24. Juni 2026 um 18:42

Der Übergang von der vierten in die fünfte und sechste Primarstufe wird von vielen Familien in der Schweiz als abrupter Anstieg der schulischen Anforderungen wahrgenommen. Besonders im Fach Deutsch zeigt sich das häufig im Grammatikunterricht: Kinder, die in den unteren Klassen problemlos gute Leistungen erbrachten, entwickeln plötzlich deutliche Schwierigkeiten bei der Bestimmung der fünf Wortarten. Das Problem wird meist dann offensichtlich, wenn die Vorbereitung auf die Gymiprüfung ansteht, eine reguläre Deutsch-Prüfung misslingt oder Verständnisprobleme bei Folgethemen wie der Rechtschreibung und Kommasetzung auftreten.

Hinter diesem plötzlichen Leistungsabfall steckt in der Regel keine mangelnde Begabung, sondern ein systematischer Wechsel im Schweizer Schulsystem. Im Lehrplan 21 ist der Aufbau des Grammatikwissens im Kompetenzbereich «Sprache(n) im Fokus» verankert. Bis zur 4. Klasse verlassen sich Schülerinnen und Schüler vor allem auf ihre sogenannte «natürliche Grammatikkompetenz» – also auf ihr unbewusstes, intuitives Sprachgefühl. Zudem beschränkt sich der Unterricht bis dahin meist auf die drei Hauptwortarten Nomen, Verb und Adjektiv.

Ab der 5. Klasse fordert der Lehrplan 21 jedoch den Übergang zur «analytischen Grammatikkompetenz». Das bedeutet: Das reine Gefühl reicht nicht mehr aus. Die Kinder müssen Sprachstrukturen formal untersuchen und das System auf das vollständige 5-Wortarten-Modell ausweiten, indem Pronomen und Partikeln dazukommen. Dieser methodische Paradigmenwechsel erfordert viel Abstraktionsvermögen und führt ohne die richtige Herangehensweise schnell zu kognitiver Überlastung und Frustration beim Lernen zu Hause.

Autor: Damian Leiser

Qualifikation: Zertifizierter Nachhilfelehrer und Mitgründer von Masterly

Warum das alte «Sprachgefühl» oft nicht mehr reicht

In der Unterstufe werden grammatikalische Phänomene meist über ihre Semantik, also ihre inhaltliche Bedeutung, eingeführt. Nomen gelten als Namenwörter oder Dinge zum Anfassen, Verben als Tunwörter und Adjektive als Wiewörter.

Mit zunehmender Komplexität der Texte in der 5. Klasse stösst dieser semantische Ansatz an seine Grenzen. Ein Abstraktum wie «die Hoffnung» oder «die Geduld» lässt sich schliesslich weder anfassen noch sehen. Ein Verb wie «schlafen» beinhaltet kein aktives Handeln, und ein Adjektiv wie «gestrig» beantwortet die klassische Wie-Frage kaum.

Die Schweizer Volksschule orientiert sich daher an dem von Hans Glinz entwickelten 5-Wortarten-Modell. Dieses System verabschiedet sich von rein inhaltlichen Definitionen und etabliert ein formales Verfahren, das Wörter nach ihrer formalen Veränderbarkeit (Flektierbarkeit) einteilt.

Die 5 Wortarten: Praktische Bestimmungshilfen

Viele Schweizer Schulen nutzen das Lehrmittel «Die Sprachstarken» und führen die morphologischen Regeln über das Modell der «Wörtersortiermaschine» ein. Dabei prüft das Kind das Wort Schritt für Schritt anhand von Ja/Nein-Fragen. Es empfiehlt sich, zu Hause das standardisierte Schweizer Farbkonzept zu nutzen, um das Kind nicht durch widersprüchliche Codes aus dem Internet zu verwirren.

  • Verben (Blau): Sie sind als einzige Wortart konjugierbar. Teste, ob das Kind mit dem Wort eine Personalform bilden (ich laufe, du läufst) oder es durch die Zeitenreihe (Infinitiv – Präteritum – Partizip) setzen kann.

  • Nomen (Braun): Sie bezeichnen Lebewesen, Dinge oder abstrakte Vorstellungen und besitzen ein festes grammatikalisches Geschlecht. Test: Lässt sich der bestimmte Artikel (der, die, das) davorsetzen oder ein Plural bilden?

  • Adjektive (Gelb): Sie beschreiben Eigenschaften und sind in der Regel deklinierbar sowie steigerbar. Das wirksamste Werkzeug aus dem Lehrmittel ist die Lurkprobe: Passt das Wort als Sandwich-Füllung zwischen einen Artikel und das Fantasiewort «Lurk» (z. B. «der mutige Lurk»)?

  • Pronomen (Orange): Sie stehen als Stellvertreter oder Begleiter eines Nomens. Das Schweizer Modell ordnet hier auch alle bestimmten und unbestimmten Artikel sowie Grundzahlen zu. Test: Steht das Wort auf der Pronomenliste im Sprachbuch?

  • Partikel (Grün): Diese Sammelkategorie umfasst alle Wörter, die grammatikalisch völlig unveränderbar sind (Präpositionen, Konjunktionen, Adverbien). Wenn ein Wort alle vorherigen Filter durchläuft und nicht auf der Pronomenliste steht, ist es eine Partikel.

Zwei typische Stolpersteine in Prüfungen

Fehler in Lernkontrollen entstehen meistens, wenn Kinder das Sortieren abkürzen und intuitiv raten. Achte beim gemeinsamen Üben besonders auf diese zwei Fallen:

1. Adverbien mit Adjektiven verwechseln

Wörter wie «sehr», «oft», «gern» oder «gestern» beschreiben Umstände und werden von Kindern inhaltlich oft als Wiewörter fehlinterpretiert. Fordere hier konsequent die Lurkprobe ein. Da Konstruktionen wie «der ofte Lurk» grammatikalisch unmöglich sind, ist das Wort unveränderbar und gehört in die Kategorie der Partikeln.

2. Syntaktische Konversionen (Nominalisierungen)

In Sätzen wie «beim schnellen Rennen» markieren Kinder das Wort «Rennen» oft voreilig blau, weil sie es als Verb abgespeichert haben. Hier gilt: Der Satzkontext schlägt das isolierte Wortwissen. Versteckte Artikel (Verschmelzungen wie «beim», «im», «ans») signalisieren als Signalwörter, dass das nachfolgende Wort als Nomen fungiert, grossgeschrieben und braun markiert werden muss.

Das 45-Minuten Übungsdossier

Unser «45-Minuten Übungsdossier: Die fünf Wortarten» ist speziell auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern der 5./6. Klasse in der Schweiz abgestimmt. Es bietet eine gezielte Auswahl an Übungssätzen, die typische Prüfungsfallen wie Nominalisierungen, komplexe Begleiter und den Wechsel von Kleinschreibung zu Grossschreibung abdecken. Zudem enthält das Dossier ein vollständiges Lösungsblatt zur unkomplizierten Selbstkontrolle.

Du kannst Dir das Übungsdossier herunterladen, um es als strukturiertes Trainingswerkzeug in der gemeinsamen Lernphase einzusetzen.

Das 45 Minuten Übungsdossier: Bestimmung der fünf Wortarten - 5./6. Klasse Schweiz

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Steht die Gymiprüfung an oder benötigt Dein Kind zusätzliche Unterstützung?

Wenn die Herausforderungen im Grammatikunterricht trotz regelmässigem Üben bestehen bleiben, hilft oft eine gezielte externe Begleitung. Masterly bietet spezialisierte Gymivorbereitung und massgeschneiderte Nachhilfe an, die sich exakt am Schweizer Lehrplan 21 und den gängigen Lehrmitteln orientiert. Wir helfen Deinem Kind, Lücken strukturiert zu schliessen und Sicherheit für die nächste Lernkontrolle zu gewinnen.

Wer steckt hinter Masterly?

Wir sind Damian und Vanessa – die Gründer von Masterly und zertifizierte Vollzeit-Nachhilfelehrer. Bei uns unterrichten keine Teilzeit-Studenten. Wir beide unterrichten mit sehr viel Erfahrung und haben gemeinsam bereits Dutzende Schülerinnen und Schüler erfolgreich schulisch unterstützt. Unser Motto: Jede und jeder kann die Schule meistern und das sogar masterly!

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