Das Wichtigste in Kürze: Im Kanton Solothurn führt der Weg ins Kurzgymnasium primär über die Sekundarschule P (Progymnasium) oder die Sekundarschule E (Erweiterte Anforderungen). Während Lernende aus der Sek P bei erfüllten Promotionsbedingungen prüfungsfrei übertreten, benötigen Schülerinnen und Schüler aus der 3. Klasse der Sek E im ersten Semesterzeugnis einen strikten Notendurchschnitt von 5.20 in den Kernfächern. Wer diesen Wert nicht erreicht, muss die kantonale Aufnahmeprüfung absolvieren.
Inhaltsverzeichnis
| 1) | Der prüfungsfreie Weg: Die 5.20-Hürde und die Mathematikfalle |
| 2) | Die Aufnahmeprüfung und das rettende «Globalurteil» |
| 3) | Achtung Probezeit: Die eigentliche Selektionshürde |
| 4) | Neue Spielregeln: Die Reform «GymSO 27» ab 2027 |
| 5) | Nützliche Links & offizielle Quellen |
Qualifikation: Zertifizierter Nachhilfelehrer (IFLW) und Mitgründer von Masterly
1) Der prüfungsfreie Weg: Die 5.20-Hürde und die Mathematikfalle
Das solothurnische System ist leistungsorientiert und selektiv. Für Jugendliche in der zweijährigen Sekundarschule P ist der Übertritt am direktesten: Wer am Ende der zweiten Klasse die regulären Beförderungsbedingungen erfüllt, tritt prüfungsfrei in die erste Klasse des Kurzgymnasiums ein.
Für Absolventinnen und Absolventen der dritten Klasse der Sekundarschule E sind die Hürden höher. Der prüfungsfreie Eintritt gelingt nur mit einem ungerundeten Notendurchschnitt von mindestens 5.20 im ersten Semesterzeugnis.
Die Berechnungsformel birgt dabei eine strategische Besonderheit: Die Mathematiknote wird doppelt gewichtet! Die Formel lautet: (2x Note Mathe + Note Deutsch + Note Französisch + Note Englisch) / 5. Schwächen im logisch-analytischen Bereich lassen sich also kaum noch durch rein sprachliche Brillanz kompensieren.
2) Die Aufnahmeprüfung und das rettende «Globalurteil»
Wird der Notenschnitt von 5.20 verfehlt, ist die kantonale Aufnahmeprüfung der obligatorische Weg ans Gymnasium (Kantonsschule Solothurn oder Olten). Diese Prüfung testet den Stoff der 3. Klasse der Sek E.
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Es werden vier Fächer geprüft: Deutsch (Aufsatz 90 Min. & Sprachbogen 30 Min.), Mathematik (90 Min.), Französisch (60 Min.) und Englisch (60 Min.).
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Die Fremdsprachenprüfungen sind stark kompetenzorientiert und beinhalten zwingend ein auditives Element (Hörverstehen).
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Um zu bestehen, müssen insgesamt 18 Punkte erreicht werden.
Ein entscheidender Faktor ist das sogenannte Globalurteil: Die abgebende Lehrperson kann einen Empfehlungspunkt vergeben, der in diese 18 Punkte einfliesst. Erhält dein Kind diesen Punkt aufgrund einer tollen Arbeitshaltung, sinkt der Druck an der Prüfung enorm. Ohne Globalurteil müssen die vollen 18 Punkte an den beiden Prüfungstagen erzielt werden – was faktisch keine Patzer verzeiht.
3) Achtung Probezeit: Die eigentliche Selektionshürde
Der Eintritt ins Kurzgymnasium – egal ob prüfungsfrei oder via Prüfung – erfolgt immer provisorisch. Das gesamte erste Semester (von August bis Ende Januar) dient als gesetzlich verankerte Probezeit.
In dieser Phase herrscht ein enormer Evaluierungsdruck mit zahlreichen Prüfungen. Wer die Promotionsbedingungen Ende Januar nicht erfüllt, besteht die Probezeit nicht. Die harte Konsequenz: Eine Repetitionsmöglichkeit im ersten Jahr existiert nicht. Die Jugendlichen müssen das Gymnasium sofort verlassen (Relegation).
4) Neue Spielregeln: Die Reform «GymSO 27» ab 2027
Eltern, die den Übertritt für das Schuljahr 2027/2028 planen, müssen eine historische Reform beachten: «GymSO 27». Das Solothurner Kurzgymnasium wird digitaler und fordert noch mehr Selbstorganisation:
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Informatik wird obligatorisch: Das Fach wird als zwingendes Grundlagenfach tief im Curriculum verankert.
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ELMA-Modell wird Standard: Das «Eigenständige Lernen mit Anleitung» löst den klassischen Frontalunterricht in vielen Bereichen ab. Jugendliche müssen ein extrem hohes Mass an Eigenverantwortung und Lernbereitschaft mitbringen.
5) Quellen und nützliche Links
Für die Vorbereitung stellt die Kantonsschule Solothurn ein hervorragendes Archiv alter Prüfungen zur Verfügung. Achtung: Aus urheberrechtlichen Gründen fehlen bei Französisch und Englisch die wichtigen Audio-Dateien für das Hörverstehen! Diese müssen durch externe Materialien (z. B. DELF/Cambridge) trainiert werden.
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Der Übertritt ans Kurzgymnasium im Kanton Solothurn ist anspruchsvoll. Die doppelte Gewichtung der Mathematik, das anspruchsvolle Hörverstehen ohne verfügbare Übungs-Audios im Archiv und die unbarmherzige Probezeit erfordern eine clevere Strategie. Genau hier kommt Masterly ins Spiel.
Wir helfen Schülerinnen und Schülern aus der Sek E und Sek P nicht nur dabei, fachliche Lücken zu schliessen und die Mathematik-Hürde zu meistern. Wir trainieren auch gezielt das auditive Textverständnis für die Fremdsprachen und bauen jene Selbstorganisation auf, die für das neue ELMA-Modell ab 2027 unverzichtbar ist.
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