Leitfaden Aufnahmeprüfung Kurzgymnasium Kanton St. Gallen 2027

Veröffentlicht am 9. März 2026 um 21:00

Auf den Punkt gebracht: Ob Dein Kind ins Kurzgymnasium aufgenommen wird, hängt massiv von den Vornoten ab. Ab 2026 gilt die sogenannte 34-Punkte-Regel, bei der das Januarzeugnis der Sekundarschule exakt zur Hälfte in den finalen Entscheid einfliesst. Um die Aufnahme zu schaffen, muss Dein Kind aus den vier Vornoten und den vier Prüfungsnoten zusammen exakt mindestens 34 Punkte erreichen. Wer diese Punktzahl verfehlt, ist chancenlos, denn pädagogische Diskussionen mit Lehrpersonen über knappe Fälle gibt es nicht mehr.

Geprüft werden an der Aufnahmeprüfung die Fächer Deutsch, Französisch und Mathematik, wobei Letzteres in zwei Module aufgeteilt ist. Eine grosse Neuerung ist dabei, dass es absolut keine mündlichen Prüfungen mehr gibt und alles rein schriftlich getestet wird. Schliesslich gilt auch nach bestandener Prüfung: Das gesamte erste Semester bis Ende Januar 2028 ist eine strenge Probezeit. Wer in dieser Phase die geforderten Noten nicht erreicht, muss das Gymnasium zwingend wieder verlassen.

Inhaltsverzeichnis

1) Der grösste Vorteil und die grösste Hürde: Regionalität trifft auf Notendruck
2) Wichtige Termine für den Übertritt 2027
3) So setzt sich die Bewertung zusammen: Die 34-Punkte-Regel
4) Tipps zur Vorbereitung
5) Zielgerichtet ans Gymnasium: Deine Strategie für 2027
6) Quellen und nützliche Links

Autor: Damian Leiser

Qualifikation: Zertifizierter Nachhilfelehrer (IFLW) und Mitgründer von Masterly

1) Der grösste Vorteil und die grösste Hürde: Regionalität trifft auf Notendruck

Ein grosser Vorteil beim Kurzgymnasium ist die Regionalität. Anders als beim Untergymnasium ist das Angebot dezentral aufgebaut. Dein Kind kann die Prüfung an einer der fünf Kantonsschulen (St. Gallen, Wil, Wattwil, Sargans oder Heerbrugg) absolvieren, was Euch am Prüfungsmorgen lange Pendelwege erspart.

Die grösste Hürde ist jedoch der immense Notendruck, der bereits Monate vor der Prüfung beginnt. Da die Zeugnisnoten der Oberstufe aus dem Januar so stark zählen, verwandelt sich die zweite oder dritte Sekundarklasse für Dein Kind in eine Art ständige Prüfungsphase. Schwache Vornoten erfordern später an der kantonalen Prüfung im März extrem hohe Leistungen, um das Punktedefizit noch rechnerisch auszugleichen.

2) Wichtige Termine für den Übertritt 2027

Das st. gallische System verzeiht keine verpassten Fristen. Hier sind die essenziellen Stichtage, die Du als Elternteil für den Eintritt im Jahr 2027 zwingend im Blick behalten musst:

  • Ab 1. Januar 2027 bis ca. 10. Februar 2027: Voraussichtliches Zeitfenster für die digitale Anmeldung durch die Eltern. Diese läuft zwingend über das kantonale Portal «Matura-Navigator». Verspätete Anmeldungen werden kategorisch abgelehnt.

  • Montag, 8. März und Dienstag, 9. März 2027: An diesen beiden Tagen finden die offiziellen, schriftlichen Prüfungen direkt vor Ort an der Wunsch-Kantonsschule Deines Kindes statt.

  • Ende März bis Mitte April 2027: Die Resultate und die offiziellen rechtsgültigen Zu- oder Absagen werden elektronisch und per Post an Euren Wohnsitz verschickt.

3) So setzt sich die Bewertung zusammen: Die 34-Punkte-Regel

Die Bewertung ist ab dem Prüfungsjahr 2026 reine Mathematik. Um die Aufnahme zu schaffen, muss Dein Kind aus zwei Säulen (Vornoten und Prüfung) insgesamt exakt 34 Punkte erreichen, was einem Schnitt von 4.25 entspricht.

Säule 1: Das Januarzeugnis (Maximal 24 Punkte)

Die Zeugnisnoten Deines Kindes aus dem Januar der Sekundarschule liefern exakt die Hälfte der Punkte. Gewertet werden vier Noten:

  • Deutsch

  • Mathematik

  • Fremdsprachen (Der exakte Durchschnitt aus Englisch und Französisch)

  • Natur, Mensch, Gesellschaft / NMG (Der Durchschnitt aus Natur und Technik sowie Räume, Zeiten, Gesellschaften)

Säule 2: Die Aufnahmeprüfung (Maximal 24 Punkte)

An den beiden Prüfungstagen im März 2027 werden diese vier Noten generiert:

  • Deutsch: Bewertet wird das tiefe Verstehen eines Textes sowie ein strukturierter Aufsatz (Textproduktion).

  • Französisch: Die Prüfung ist rein schriftlich, umfasst aber auch das oft gefürchtete Hörverstehen (Audiovisuelles Verstehen) sowie einen eigenen Text.

  • Mathematik 1 (Fundament): Ein reiner Stresstest für das schnelle Kopfrechnen und grundlegende Arithmetik.

  • Mathematik 2 (Problemlösung): Hier geht es an komplexe Textaufgaben, Geometrie und das saubere Aufschreiben von Lösungswegen.

4) Tipps zur Vorbereitung

Die Vorbereitung auf das Kurzgymnasium ist ein Marathon, kein Sprint. So unterstützt Du Dein Kind optimal:

  1. Vornoten strategisch sichern: Da das Januarzeugnis 50 Prozent zählt, muss die Vorbereitung schon im Sommer oder Herbst beginnen. Gute Vornoten nehmen massiv Druck von den eigentlichen Prüfungstagen.

  2. Alte Aufnahmeprüfungen unter echten Bedingungen lösen: Lasse Dein Kind alte Prüfungen zu Hause mit einer Stoppuhr bearbeiten. Das trainiert den Umgang mit der Zeit und deckt echte Wissenslücken auf.

  3. Taschenrechner-Regeln streng beachten: Grafische oder programmierbare Taschenrechner sind absolut verboten und führen zum Prüfungsausschluss. Besorge Deinem Kind frühzeitig einen der wenigen erlaubten Basis-Solar-Rechner (z. B. den TI-30 ECO RS oder den CASIO FX-82 SOLAR II).

  4. Französisch-Hörverstehen trainieren: Die mündliche Prüfung fällt zwar weg , aber das Hörverstehen bleibt schriftlich ein grosser Stolperstein. Gemeinsam französische Podcasts hören hilft enorm.

  5. Krankheits-Protokoll beachten: Sollte Dein Kind am 8. oder 9. März krank sein, musst Du das Rektorat der Kantonsschule zwingend vor Beginn der Prüfung informieren und sofort ein Arztzeugnis besorgen.

  6. Keine Abbrüche während der Prüfung: Wenn Dein Kind während einer laufenden Prüfung aus Panik den Raum verlässt, gilt diese unweigerlich als abgelegt und wird benotet. Ein Nachholen ist rechtlich ausgeschlossen. Besprich dies vorab mit Deinem Kind.

  7. Hilfe für die Lernstruktur holen: Du musst als Elternteil nicht den Hilfslehrer spielen. Mit unserer 1:1 Online-Nachhilfe sichern wir bei Deinem Kind erst gezielt die wichtigen Vornoten im Schulalltag ab und strukturieren dann gemeinsam die intensive Prüfungsvorbereitung im Frühling.

5) Zielgerichtet ans Gymnasium: Deine Strategie für 2027

Der Weg ins Kurzgymnasium im Kanton St. Gallen verlangt von Jugendlichen enorm viel Ausdauer. Durch die neue 34-Punkte-Regel ist kurzfristiges Lernen sinnlos geworden. Was Dein Kind nun zwingend braucht, ist eine stabile Begleitung durch das gesamte Schuljahr – erst für ein starkes Januarzeugnis, dann für die eigentlichen Prüfungstage.

Genau das bieten wir bei Masterly. Mit unserer flexiblen und strukturierten 1:1 Online-Nachhilfe nehmen wir den Leistungsstress aus Eurem Familienalltag. Unsere erfahrenen Lehrpersonen schliessen schulische Lücken punktgenau, helfen aktiv dabei, die entscheidenden Vornoten zu sichern, und trainieren danach intensiv mit alten Aufnahmeprüfungen. Wir machen keine falschen Versprechungen, sondern leisten zielgerichtete, ehrliche und strukturierte Arbeit für den schulischen Erfolg Deines Kindes.

Möchtest Du, dass Dein Kind bestens auf die Vornoten und die Prüfung vorbereitet ist? Vereinbare jetzt eine kostenlose Beratung und wir erstellen gemeinsam einen starken, entlastenden Lernplan!

6) Quellen und nützliche Links

Nutze diese offiziellen Seiten des Kantons, um bei administrativen Themen stets auf dem Laufenden zu bleiben und mit Originalmaterial zu üben: